BENNYS BLOG

28.07.2018

Du liebe Zeit – da hat es mich und die beiden Kolleginnen mal wieder voll erwischt. Genaues bekommt man ja nie gesagt, aber die Chefin will anscheinend eine ihrer crazy Ideen umsetzen. Nach St. Gallen latschen; ich fass‘es nicht…

Es geht mir nicht um die Strecke; 150 km schaffen auch die anderen beiden leicht. Zur Not nehm‘ ich HANNA auch auf den Buckel und den Schauspieler obendrauf, das wär‘ doch was – Bremer Stadtmusikanten in der Schweiz nur mit Eseln… Nein, es ist das mittelalterliche Getue, das mich aufregt. Wir drei vom Eselhof (Schafe lass‘ ich immer hinten runter fallen, sind zwar nett, aber unser Verhältnis ist rein geschäftlich) in Sauldorf-Boll machen ja alles. Wir spielen Zirkus und Theater, wir ziehen Kutschen und tragen Gepäck. Und es ist wahrlich nicht so, dass jeder Job ein Möhrchenmampfen ist. Meistens fällt es den Leuten erst hinterher ein, dass auch unser nicht ganz unerheblicher Beitrag eigentlich mit einem Äpfelchen oder einem Stücklein Brot gewürdigt hätte werden können. Aber gut – geschenkt. Da kann man der Chefin nix nachsagen; sie schaut schon danach, dass wir zu unserem Futter kommen. Aber dass wir jetzt (qua Amt sozusagen) das Jahr 820 verkörpern sollen, als ob gerade wir schon immer da gewesen wären – da müsste erst mal jemand einen Esel-von-gestern- Schnellkurs mit uns machen.

Ich bin jedenfalls wie immer und ganz neuzeitlich
EUER BENNY

24.08.2018

So, jetzt ist’s passiert. Sie trauen es mir nicht mehr zu. Ich bin nur als Dekorations- und Schreibtischesel zu gebrauchen. Ich soll den Jüngeren den Vortritt lassen, heißt es, und dass man meine Kompetenz an anderer Stelle braucht. Wenn ich es richtig sehe, ist das dieser BlökBlog hier! Oder was??

Nun ja, andererseits: wenn sie nun sogar den großen Muck aus dem Stall holen und Camillo (das „Don“ ist total fehl am Platz für den kleinen Lumpenesel) mit dem ihm natürlich überall hin nachfolgenden Peppone…  soooo scharf bin ich auch wieder nicht darauf, mir jetzt die Hufe komplett abzulaufen. St. Gallen kenne ich von irgendeiner kleinen Zirkusnummer her (in eselgrauer Vorzeit, versteht sich), und dieses Linzgau-Bodensee-Thurgau-Dings mit fast 150 Kilometern Länge schenke ich mir ganz gerne. Also vielleicht gar keine schlechte Alternative: ich mach‘ den Presse-Esel und lache schön fürs Foto – aber vor allem sperre ich meine langen Ohren auf und berichte den Klatsch und Tratsch von der Zirkus- äh Wandergruppe; genannt -ha!- die „unermüdlichen Zehne“ (ich werde aus Datenschutzgründen einen nickname verwenden, z.B. die unergründlichen Zähne oder die ungemütliche Zone). - Es ist ja immer wieder hübsch, wie schnell die Neuigkeiten von Stall zu Weide und von Dorf zu Dorf sausen. Da sind wir nicht erst seit „Farm der Tiere“ den Zweibeinern sowas von um Lichtjahre voraus. SOLLTEN sich die Schauspieler äh Wanderer also etwa unrettbar verlaufen oder SOLLTEN sie in den Bodensee fallen oder SOLLTE ihnen tatsächlich dieses dubiose Dokument von der Reichenau abhandenkommen.. ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden. Quasi in Echtzeit. Wir lesen uns!

EUER BENNY

Esel Benny